PALERMO ODER CATANIA?
- Ulrike Rios

- 13. März
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 1. Juni
Welche Stadt soll ich besuche? - Palermo oder Catania?

Soll ich lieber nach Palermo oder Catania reisen?
Diese Frage bekomme ich oft gestellt. Vor ein paar Jahren wäre die Antwort einfach gewesen. Doch nach fünf Jahren auf der Insel fällt sie mir schwer.

Salve, ich bin Ulrike,
ich plane und begleite persönlich geführte Reisen für kleine Gruppen und Einzelreisende, die Sizilien und Süditalien mit Zeit, Blick für Details und Nähe zu Land und Leuten erleben möchten.
Rivalität zwischen Palermo und Catania
Palermo ist groß und elegant. Diese multikulturelle Metropole hat normannisch-arabische Einflüsse, gepaart mit Gotik, Renaissance und Barock. Die Straßen sind lebendig und voller Geschichte. Hier gibt es immer etwas zu entdecken.
Catania hingegen ist kleiner und wirkt offener, heller und bunter. Diese Stadt aus schwarzem Lavagestein hat barocke Prachtbauten und ein pulsierendes Leben. Zwischen den Bewohnern beider Städte herrscht eine gewisse Rivalität, ähnlich wie zwischen Dortmund und Schalke.
Wenn ich in Palermo ein Auto miete, wird mir geraten, es in Catania gut zu bewachen und sicher zu parken. Man traut den Catanesen nicht über den Weg. Erzähle ich einem Catanesen, dass ich nach Palermo fahre, höre ich oft: „Ach, die Palermitani, die sind träge und arrogant. Die lassen dich ewig auf einen Cappuccino warten, während sie selbst eine Pause machen!“
Catania als Ausgangspunkt
Viele meiner Reisen starten in Catania. Diese Stadt ist ein perfekter Ausgangspunkt für die Erkundung der Ostküste Siziliens. Von hier aus erreicht man schnell den Ätna oder Taormina im Norden. Auch die barocken Städte Noto, Ragusa und Syrakus im Süden sind leicht zu erreichen.
In Catania gibt es den schönsten Wochenmarkt Siziliens. Hier findet man viele prunkvolle, barocke Paläste, den berühmten Fischmarkt und den Elefantenbrunnen. Letzterer ist das Wahrzeichen Catanias und zeigt einen Elefanten aus Lavagestein.
Palermo: Ein Ziel für Entdecker
In Palermo hingegen stehen die schönsten Kirchen der Welt. Diese Stadt ist kein Ausgangspunkt, sondern ein Ziel. Um einen ersten Eindruck von Siziliens Hauptstadt zu bekommen, benötigt man mehrere Tage. Diese Zeit sollte man sich und der Stadt gönnen. Erst danach darf man Ausflüge ins Umland nach Mondello, Monreale oder Cefalù unternehmen.
Meine Entscheidung: Palermo oder Catania?
Also, Palermo oder Catania? Vor wenigen Jahren wäre meine Wahl ganz klar auf Palermo gefallen. Doch mittlerweile habe ich die kleine Schwester im Osten ganz schön dolle ins Herz geschlossen. Ich kann mich nicht festlegen. In beiden Städten verbringe ich sehr gerne meine Zeit. Da mein Wohnort nur eine knappe Autostunde von Catania entfernt liegt, bin ich oft in der zweitgrößten Stadt Siziliens anzutreffen.
Genau deswegen widmet sich die folgende Fotostrecke ausschließlich Catania. Sie fängt den Geist dieser offenen, vulkanischen Schönheit ein, ohne Palermo zu vernachlässigen.
Entstanden sind die Bilder auf der Reise „Wintersonne in Sizilien“ im Februar diesen Jahres. Der Schweizer Fotograf Stephan Wicki @foto4u.ch war mit mir auf Reisen. Mir vertraute Orte erstrahlen durch seine Linse in einem neuen Glanz. Dankeschön an Stephan, dass ich die Bilder hier veröffentlichen darf. Weitere Arbeiten des schweizer Fotografen sind auf seiner Webseite www.foto4u.ch/ zu sehen
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Catanias Märkte
Es gibt zwei bedeutende Märkte in Catania: Den berühmten Fischmarkt, La Pescheria, in der Nähe der Piazza del Duomo und den weniger bekannten, dafür aber umso größeren und lebendigeren Markt an der Piazza Carlo Alberto, dem Fera O'Luni, dem Montagsmarkt (auch wenn der Montagsmarkt von Montag bis Samstag stattfindet).





Catanias Hauptader - die Via Etnea
Die Via Etnea ist die Hauptachse Catanias und verläuft schnurgerade rund 3 km von der Piazza del Duomo Richtung Ätna. Die Prachtstraße entstand nach dem verheerenden Erdbeben von 1693 im Rahmen des barocken Wiederaufbaus der Stadt. Ursprünglich wurde sie Via Duca di Uzeda genannt. Entlang der Via Etnea reihen sich barocke und neoklassizistische Paläste, Kirchen und Plätze. Das ist ein Grund, warum Catanias Altstadt heute Teil des UNESCO-Welterbes des sizilianischen Barocks ist.






Seitenstraßen: Der wahre Charme
Der wahre Charme sizilianischer Städte findet sich auch abseits der Hauptrouten. In den engen Gassen parken Motorroller, hängen Wäscheleinen entlang der Straße, und Signoras sitzen vor ihren Häusern auf alten Stühlen und halten einen Plausch.




Piazza del Duomo: Das Herz Catanias
Die Piazza del Duomo ist das historische und kulturelle Zentrum Catanias. Hier reihen sich viele barocke Bauten dicht an dicht. An der Ostseite des Platzes steht die Kathedrale Sant’Agata. Diese wurde ursprünglich im 11. Jahrhundert auf den Resten römischer Thermen errichtet und nach dem Erdbeben von 1693 im barocken Stil neu gestaltet. In der Mitte des Platzes steht die Fontana dell’Elefante, das Wahrzeichen der Stadt. Im Barock-Palast auf der Westseite der Piazza befindet sich heute das Rathaus der Stadt.


Il Porto di Catania: Ein Blick in die Geschichte
Der Hafen von Catania war schon in der Antike ein zentraler Handelsstützpunkt für Griechen und Römer. Im Jahr 1669 begrub ein Lavastrom des Ätna Teile der Stadt und veränderte das Hafenbecken dauerhaft. Dadurch entstand ein neues Ufer. In den 1930er Jahren ließ Mussolini den Hafen stark erweitern, was ihn zu einem der wichtigsten Mittelmeerhäfen machte. Heute spielt er immer noch eine zentrale Rolle für Güterumschlag und Kreuzfahrt-Tourismus.


Besondere Orte in Catania
Natürlich kann man auch in Catania mehrere Tage verbringen und täglich Neues entdecken. Antike Überreste mischen sich mit barocken Palazzi. Ruheoasen finden sich in Klöstern und Gärten. In den zahlreichen Cafés und Bars fühlt man sich stets willkommen. Catania ist ein Juwel voller Kultur und Herzlichkeit.















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