SIZILIEN IN SCHWARZ-WEISS
- Ulrike Rios

- 12. Feb.
- 4 Min. Lesezeit
Ich bin eigentlich ein großer Freund der Farbfotografie. Sizilien bedeutet für mich Licht, Farben und Kontraste. Sizilien in Schwarz-Weiss-Fotografie war deshalb lange keine echte Option für mich.
Aber manchmal darf man seine Meinung ändern.
Vor einiger Zeit war ich auf der Suche nach passenden Wandbildern für meine Wohnung. Ich wohne nun schon über ein Jahr in meiner neuen Wohnung in meinem Dorf hier am Fusse des Ätna, doch an den Wänden hing noch immer kein einziges Bild. Also machte ich mich auf die Suche nach Inspiration und landete schließlich in der Bilderabteilung eines skandinavischen Möbelhauses. Ja, das gibt es auch auf Sizilien.
Dort sah ich sie: wunderschöne Aufnahmen sizilianischer Sehenswürdigkeiten, alle in edlem Schwarz-Weiß, mit schwarzem Rahmen und weißem Passepartout. Die Wirkung war ruhig, klar und erstaunlich zeitlos. Und das Beste: Die gezeigten Orte kannte ich alle, denn ich habe sie selbst schon alle besucht, erlebt und fotografiert.
Im Grunde musste ich also nur durch meine eigene Fotogalerie scrollen und nach Bildern suchen, die in Schwarz-Weiß eine neue Sprache sprechen.
Gesagt, getan. Mittlerweile hängen die ersten gerahmten Bilder an meiner Wand, und ich entdecke den Zauber des Farblosen. Sizilien in Schwarz-Weiß verliert nichts von seiner Magie. Im Gegenteil: Manchmal sieht man Linien, Licht und Schatten sogar noch intensiver.

Dieses Bild begleitet mich auf meinen Spaziergängen rund um mein Dorf. Je nach Tageszeit variiert das Wolkenspiel am Himmel und je nach Jahreszeit ändert sich die Vegetation am Wegesrand.

Was ich u. a. an Sizilien liebe, sind die vielen kleinen Läden: Der Obst-und Gemüseladen, der Bäcker, der Metzger, das Eisenwarengeschäft ... Einkaufen wird wieder zum Erlebnis. Besonders fotogen finde ich diesen kleinen Gemüsemarkt in meinem Dorf. Das alte Auto, die Fassade mit der barocken Tür und die Gemüseauslage bilden ein hübsches, idyllisches Bild-Ensemble.

Geometrische Formen üben eine gewisse Faszination auf mich aus. Die Treppen und die mächtigen Säulen gehören zum Postgebäude in der Via Roma in Palermo. Der imposante Bau stammt aus den 1930er Jahren.

Das Bild entstand auf einer Reise entlang der Ostküste mit Übernachtung im wunderschönen barocken Noto. Frühstück wurde im Freien serviert. Die schöne Gasse mit ihren barocken Fassaden kreierte eine traumhafte Kulisse. Das Gebäck im Bild ist der Cannolo, eine frittierte Teigrolle, gefüllt mit süßer Ricottacreme.

Ich liebe den Blick von oben über eine Stadt. Dieser Aussichtspunkt über Catania auf den Dom und die Sant'Agata-Kathedrale ist für mich der schönsten in Catania.

Vielerorts auf Sizilien scheint die Zeit stehengeblieben zu sein. Im Charme der 60er Jahre genießt man hier hervorragendes Gebäck und guten Kaffee.

Hier wiederum ist die Zeit wohl nicht stehen geblieben, denn ganz offensichtlich übt das Smartphone auch bei diesen Kids eine große Faszination aus. Es dauerte einen Moment bis sie bemerkten, dass wir sie beobachteten.

Es ist ein warmer Wintertag in Palazzolo Acreide. Die beiden Herren genießen die Sonne in diesem schönen Bogengang. Sie sind damit einverstanden, von mir fotografiert zu werden.

1908 wurde die Stadt Messina von einem verheerenden Erdbeben heimgesucht. Fast 90 Prozent aller Gebäude wurden zerstört. Im frühen 20. Jahrhundert wurde die Stadt mit breiten Straßen und Plätzen wieder aufgebaut. Daher unterscheidet sich Messina sehr von seinen sizilianischen Schwestern Palermo, Catania oder Syrakus. Ein Besuch lohnt dennoch, oder gerade deswegen, sehr.

Sizilien in Farbe oder in Schwarz-Weiss?
Salve und Buongiorno, Ich bin Ulrike, Reiseveranstalter und Sizilien-Liebhaberin. Du möchtest Sizilien erleben, mit Blick für Licht, Details und unvergesslicher Momente, egal ob in Farbe oder Schwarz-Weiß? Dann entdecke meine Reisen.

Auch im Jahre 1968 erschütterte ein großes Erdeben den Westen der Insel. Viele Dörfer, darunter Montevago, wurden vollständig zerstört. Künstler und Einheimische errichteten ein kleines Museum als Mahnmal. Es zeigt zeitgenössische Kunst, Alltagsgegenstände und Relikte aus dem alten Dorf, um die Geschichte lebendig zu machen und um das Trauma und die Resilienz der Gemeinschaft widerzuspiegeln.

Auch das Dorf Gibellina wurde 1968 von dem großen Erdbeben heimgesucht. Der Künstler Alberto Burri schuf an der Stelle des zerstörten Dorfes ein Landschaftskunstwerk. Es besteht aus einer weißen Betondecke mit tiefen Rissen, die den Verlauf der ehemaligen Straßen nachbilden. Das Dorf Gibellina wurde einige Kilometer weiter neu errichtet.

In Catania gibt es viele einladende Bars und Cafés. An warmen Sommertagen sitzt man hier wunderbar bei einem erfrischenden Getränk. Die Lage inmitten schattenspendender Bäume und blühender Bougainvilleen sowie der charmante Mix aus Flohmarkt-Tischen und -Stühlen verleihen dieser Bar einen unwiderstehlichen, fotogenen Charme.

Auf den ersten Blick wirkt der Ort nicht sehr einladend, doch das täuscht. Der kleine Fischerort liegt idyllisch am Meer. Kristallklares Wasser, einer kleiner Hafen und einige sehr gute Fischrestaurants zeichnet ihn als Sizilien Geheimtipp aus.

Noto ist die barocke Perle Siziliens und Highlight einer Sizilienreise. Die prachtvolle Architektur lädt ein zum fotografischen Spiel mit Perspektive und Detail. Im Anschluss an deine Fototour kannst du auf den Treppenstufen des Dom ausruhen und die entspannte Stimmung genießen.

Ehrlich gesagt, das Bild ist in Farbe schöner, doch zeigt es eine Landschaft, die die Wenigsten mit Sizilien verbinden. Gerade im Frühjahr ist die Insel grün und bunt. Die schönste Reisezeit ist meiner Meinung nach der April und Mai. Schau dir auch das Bild in Farbe an.



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