FOTOSPOTS IN PALERMO
- Ulrike Rios

- 3. März
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 13. März

Palermo ist eine Stadt voller Kontraste. Glanz und Verfall verschmelzen hier in einzigartiger Harmonie. Eine Fototour durch die sizilianische Hauptstadt bietet unzählige Motive.
Der erste Eindruck von Palermo ist intensiv. Die Stadt vermischt Kulturen und Traditionen zu einem faszinierenden Ganzen. Der morbide Charme wirkt zunächst befremdlich, enthüllt aber schnell kreative Schönheit. Eine Foto-Tour durch die fast 3000 Jahre alte Metropole beginnt.
Sizilien - Zentrum der Welt

Palermos Vielfalt ergibt sich aus der Geschichte Siziliens. Über 3000 Jahre diente die Insel als strategischer Knotenpunkt im Mittelmeer. Araber, Normannen und andere Mächte prägten die Architektur. Diese Kulturenvielfalt lässt sich besonders gut an der Kathedrale Palermos erkennen. Sie zeigt normannisch-arabische Elemente mit Gotik, Renaissance und Barock.
Palermos Hauptattraktionen

Den bekannten Sehenswürdigkeiten begegnet man ganz automatisch auf einem Spaziergang durch die Altstadt. Die Straßenkreuzung Quattro Canti mit ihren beinahe gleich anmutenden barocken Fassasen befindet sich in unmittelbarer Nähe der Piazza Pretoria, deren Brunnen im Abendlicht am schönsten wirkt. Daneben liegt die Piazza Bellini mit drei beeindruckenden Kirchen. Vom Dach der Santa Caterina bietet sich ein Panoramablick über Palermo. Das Teatro Massimo fotografiert man am besten frühmorgens. Das Teatro Politeama eignet sich für die blaue Stunde.
Der Magen Palermos

Der Mercato Ballarò ist Palermos ältester und größter Markt. Er existiert seit dem 10. Jahrhundert. In engen Gassen unter bunten Markisen locken Händler im sizilianischen Dialekt mit frischem Fleisch, Fisch, Obst und Gemüse. Der Markt öffnet früh morgens und bietet zu dieser Stunde die frischesten Waren und authentischsten Motive. Der kleinere Mercato im Viertel Capo hält ähnlich pittoreske Bilder bereit.
Palermos versteckte Schätze

Die Chiesa del Gesù an der Piazza Casa Professa wirkt von außen schlicht, innen überzeugt sie als eine der schönsten Barockkirchen Siziliens. Für 2 Euro erkundet man das imposante Innere mit findet beeindruckende Foto-Perspektiven in den Seitenschiffen.
Um die Ecke im Vicolo San Michele Arcangelo liegt der Eingang zur Stadtbibliothek. Eine höfliche Anfrage beim Pförtner ermöglicht eine kurze Führung durch die prächtige Sammlung mit wertvollen Schriften aus dem 18. Jahrhundert.
Die Kirche Santa Maria dello Spasimo dient heute als Kulturzentrum. Die Kirche ohne Dach wurde mehrere Jahre renoviert und ist seit kurzem wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. Die kleine Ruheoase inmitten Palermos ist ein Geheimtipp nicht nur für Fotografen.
Detailfotografen und Schnäppchenjäger besuchen den Antik-Flohmarkt an der Piazza Marina jeden Sonntag morgen. Hier finden sich kleine Schätze und ganz viel Nostalgie. Alternativ: Mercato delle Pulci an der Piazza Domenico Peranni 33, ein Mekka für Antiquitätenliebhaber.
Im angrenzenden Giardino Garibaldi thront Europas größter und ältester Ficus-Baum und spendet Schatten für eine Pause.
Graffiti, Stencils und Wandbilder machen die Viertel La Kalsa und Albergheria zu einer Streetart-Galerie. Highlights: die Wandbilder in der Via dello Spasimo und die vielen Werke um den Mercato Ballarò.
Fototour jenseits der Altstadt

Die Stadt-Erkundung durch die Linse lässt sich westlich des Zentrums fortsetzen. Hinter dem Justizpalast reihen sich dich an dicht belebte Straßen mit Händlern auf Lieferwagen, kleinen Geschäften und Werkstätten.
In der Via Paolo Gili 4 beherbergt das Kulturzentrum Zisa das Internationale Zentrum der Fotografie, gegründet von Letizia Battaglia. Es zeigt Ausstellungen nationaler und internationaler Künstler sowie eine Dauerausstellung zum Mafiakrieg der 1980er Jahre.
Ein kurzer Fußweg führt zum Danisinni-Viertel, ein authentisches, fast vergessenes Stück Palermo. Mit Hilfe der Bewohner und Künstler wird das Viertel revitalisiert. Ein Besuch ist ideal für Streetart-Fotografen und für jene, die einen Kontrast zum Altstadtbild wünschen.
Urbex-Fans entdecken Motive auf dem Gelände der ehemaligen Chemiefabrik Chimica Arenella. Erbaut Anfang des 20. Jahrhunderts von deutschen Industriellen, schloss die Fabrik 1987 ihre Tore. Das Gelände ist für Interessierte frei zugänglich.
Südsee-Feeling

Ein Ausflug nach Mondello bietet einen willkommenden Szenenwechsel. Der Bus 806 fährt von der Piazza Don Sturzo direkt zum Hausstrand der Palermitani. Das Jugendstil-Kurhaus auf Stelzen ins Meer gebaut ist ein Top-Motiv zu jeder Tageszeit. Der weiße Sandstrand glänzt in Blau- und Türkistönen, pastellfarbene Badehäuschen und Sonnenschirme aus Palmenwedel schaffen Südsee-Atmosphäre. Am Ende der langen Strandpromenade erreicht man den kleine Fischerhafen mit bunten Booten und den Hauptplatz mit Restaurants und kleinen Geschäften.
Ein Wort zum Schluss

Palermo ist eine faszinierende Kulisse und die Bewohner lassen sich gerne für ein Foto animieren. Nicht zögern und einfach freundlich fragen.



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