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PALERMO VON OBEN

  • Autorenbild: Ulrike Rios
    Ulrike Rios
  • 14. Feb. 2022
  • 6 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 2. Juni

Auf Reisen liebe ich den Blick von oben über die Dächer einer Stadt. Aussichtspunkte suche ich fast überall, wo ich bin: Orte, an denen ich kurz stehen bleibe, meinen Blick schweifen lasse und die Stadt aus einer anderen Perspektive wahrnehme.


Am schönsten ist dieser Moment für mich bei einem Aperitivo im Abendlicht, wenn die Sonne langsam hinter den Dächern verschwindet und die Stadt für einen Augenblick stiller wirkt. In Palermo, der Hauptstadt Siziliens, habe ich besonders viele solcher Orte entdeckt: Dachterrassen, Hügel, Kirchenkuppeln und Aussichtspunkte mit Blick auf Altstadt, Berge und Meer.


In diesem Artikel stelle ich dir 8 schöne Aussichtspunkte in Palermo vor, die sich besonders für Fotografie, Stadtblicke und stille Genussmomente eignen.




Sonnenuntergang über Palermos Altstadt mit Kuppeln und Kirchtürmen, dahinter Berge; warmes Licht am Himmel.



Ulrike Rios, Palermo Insiderin

Salve, ich bin Ulrike

Ich plane und begleite persönlich geführte Reisen für kleine Gruppen und Einzelreisende, die Sizilien und Süditalien mit Zeit, Blick für Details und Nähe zu Land und Leuten erleben möchten.







Die Kathedrale von Palermo

Über eine kleine Wendeltreppe hinauf auf das Dach der Kathedrale


Die Kathedrale von Palermo gehört zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt und ist eines der eindrucksvollsten Bauwerke der sizilianischen Hauptstadt. Sie wurde 1185 eingeweiht und zeigt schon von außen, wie viele Kulturen Palermo geprägt haben: normannische, arabische, gotische, barocke und neoklassizistische Elemente verbinden sich hier zu einem einzigartigen architektonischen Gesamtbild.


Von außen ist die Kathedrale eine Augenweide. Im Inneren wirkt sie im Vergleich zu einigen anderen Kirchen Palermos eher zurückhaltend. Sehenswert sind jedoch die Königsgräber, darunter die Gräber von Roger II., dem ersten König von Sizilien, und Heinrich VI., Kaiser des Heiligen Römischen Reiches und Vater Friedrichs II.


Besonders schön ist der Aufstieg auf das Dach der Kathedrale. Über eine schmale Wendeltreppe gelangst du nach oben und stehst plötzlich ganz nah am Glockenturm. Von hier öffnet sich der Blick über die Dächer der Altstadt, die Kuppeln, die Berge rund um Palermo und je nach Licht sogar bis zum Meer.


Der Zugang zum Dach ist eng und nicht für Menschen mit Klaustrophobie geeignet.



Kirchenkuppel der Kathedrale von Palermo





Die Chiesa Santa Caterina

Der Klosterkomplex der Heiligen Katharina von Alexandrien


Mitten im historischen Zentrum Palermos, zwischen Piazza Bellini und Piazza Pretoria, liegt die Chiesa Santa Caterina d’Alessandria mit ihrem ehemaligen Dominikanerinnenkloster. Die Kirche zählt für mich zu den schönsten Palermos: reich mit weißem, rotem und schwarzem Marmor geschmückt, barock und voller Details.


Bis 2014 lebten hier noch Nonnen des Dominikanerordens. Heute ist der Klosterkomplex als Museum zugänglich und gibt einen seltenen Einblick in das frühere Leben hinter Klostermauern.


Besonders schön sind die beiden Dachterrasen. Von hier blickst du auf zwei bekannte Orte der Stadt: die Piazza Pretoria mit ihrem Brunnen und die Piazza Bellini mit den Kirchen San Cataldo und La Martorana. Bis 1866 waren die Terrassen vergittert, sodass die Nonnen nur auf eingeschränkte Weise auf die Stadt und das Leben außerhalb der Klausur blicken konnten.


Heute öffnet sich vom Dach der Kirche ein weiter, freier Blick. Santa Caterina ist ein sehr stimmungsvoller Aussichtspunkt in Palermo, weil sich dort Architektur, Geschichte, Fotografie und Stadtleben auf engem Raum verbinden.


Nimm dir bei deinem Besuch auch Zeit für den Kreuzgang, die alten Klosterräume und die Kloster-Konditorei „I Segreti del Chiostro“. Dort werden traditionelle sizilianische Süßspeisen nach alten Klosterrezepten hergestellt. Es sollen die besten Süßspeisen in ganz Palermo sein.



Pizza Pretoria mit dem Pretoria Brunnen von oben





Palazzo Butera

Der vielleicht geheimste Aussichtspunkt auf Palermo


Wenn du genügend Zeit in Palermo mitbringst, solltest du dem Palazzo Butera im historischen Kalsa-Viertel einen Besuch abstatten. Der adelige Stadtpalast liegt nahe am Meer und gehört zu den besonderen Orten Palermos, die noch nicht auf jeder klassischen Reiseliste stehen.


Heute beherbergt der Palazzo Butera eine Kunstsammlung und zeigt eindrucksvolle Räume, Fresken, Terrassen und Ausblicke. Schon der Weg durch den Palast lohnt sich, doch mein Lieblingsmoment wartet natürlich ganz oben: Nimm den Fahrstuhl in den oberen Bereich und steige anschließend über die Treppe weiter hinauf bis zur kleinen Aussichtsterrasse.


Von dort öffnet sich ein überraschend weiter Blick über Palermo, den Hafen, das Meer, den Monte Pellegrino und die Dächer der Stadt. Für mich ist dieser Ort einer der stilleren Fotospots in Palermo: weniger bekannt als die Kathedrale oder Santa Caterina, aber mit einer wunderbar offenen Perspektive auf Stadt, Küste und Berge.



Blich über Dächer auf den Monte Pelligrino, Palermo





Chiesa del Santissimo Salvatore

360-Grad Blick durch Steinbogen-Kuppel von oben auf Palermo


Einen der schönsten Rundumblicke von oben auf Palermo hast du von der Kuppel der Chiesa del Santissimo Salvatore. Die Kirche liegt zentral am Corso Vittorio Emanuele, ganz in der Nähe der Kathedrale, und wird von außen leicht übersehen. Von innen überrascht sie mit ihrem ungewöhnlichen ovalen Kirchenraum, viel Marmor, Stuck und sizilianischem Barock.


Über Treppen gelangst du hinauf zur Kuppel. Oben kannst du einmal rundherum gehen und Palermo aus 360 Grad betrachten: die Dächer der Altstadt, den Monte Pellegrino, das Meer, den Hafen und besonders schön die nahe gelegene Kathedrale.


Auch der Blick in den Innenraum lohnt sich. Die Kirche wird heute nicht nur religiös genutzt, sondern wegen ihrer besonderen Akustik auch als Konzertsaal und Auditorium. Für mich ist Santissimo Salvatore ein wunderbarer Fotospot in Palermo, weil der Ort innen wie außen überrascht.



Blick durch ein Bogenfenster über die Dächer von Palermo bis zum Meer





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Das Kaufhaus Rinascente

Aperitivo mit Blick auf die Piazza San Domenico


In dem modernen Gebäude an der Piazza San Domenico vermutet man auf den ersten Blick vielleicht keinen besonderen Aussichtspunkt. Doch das Rinascente überrascht mit Terrassen, die zu meinen liebsten Orten für einen Aperitivo in Palermo gehören.


Im oberen Bereich des Kaufhauses findest du ein Bistro, ein Restaurant und mehrere Aussichtsterrassen. Von hier schweift der Blick über die Piazza San Domenico, die gleichnamige Kirche, die Dächer der Altstadt und die Via Roma. Auch der Eingang zum historischen Vucciria-Markt liegt ganz in der Nähe.


Besonders schön ist dieser Ort am späten Nachmittag oder frühen Abend, wenn das Licht weicher wird und Palermo langsam in die Abendstimmung gleitet. Für mich ist die Terrasse des Rinascente kein klassischer Sehenswürdigkeiten-Ort, sondern ein wunderbarer Genussmoment: Stadtblick, Aperitivo, Kirchenglocken, Marktnähe und das Gefühl, mitten in Palermo zu sein.



San Domenico Kirche Palermo an leerem Platz bei Sonnenuntergang, Statue und Stadtberge im Hintergrund.





Monte Pellegrino

Der ultimative Blick über Palermo


Einen Blick der ganz anderen Art auf Palermo hast du vom Monte Pellegrino, dem markanten Berg nördlich der Stadt. Hier befindet sich das Heiligtum der Santa Rosalia, der Schutzpatronin Palermos. Der Legende nach lebte die um 1130 geborene Adelige Rosalia als Einsiedlerin in einer Höhle auf dem Monte Pellegrino und starb dort um 1166.


Am 15. Juli 1624 wurden in dieser Höhle ihre Reliquien gefunden. Nachdem sie in einer Prozession durch Palermo getragen worden waren, soll die Pest in der Stadt geendet haben. Bis heute ist Santa Rosalia, von den Palermitanern liebevoll „La Santuzza“ genannt, eng mit Palermo und dem Monte Pellegrino verbunden.


Allein die Anfahrt auf den Berg lohnt sich, denn der Blick auf Palermo, den Golf und die Berge ist spektakulär. Oben angekommen erreichst du nach einem kurzen Spaziergang weitere Aussichtspunkte mit Blick auf den hinteren Teil der Stadt, das Fußballstadion und die umliegende Landschaft.


Du kannst den Monte Pellegrino auch zu Fuß erklimmen. Der gut begehbare Serpentinenweg führt durch schöne Landschaft und gibt immer wieder den Blick auf Palermo frei.


Eine besonders eindrucksvolle Aussicht bietet auch das Castello Utveggio am Hang des Monte Pellegrino. Lange war es für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Inzwischen kann das Castello an bestimmten Tagen im Rahmen geführter Besuche und nach vorheriger Anmeldung besichtigt werden. Von dort hast du einen atemberaubenden Blick auf Palermo, den Hafen, das Meer und die umliegenden Berge.



Wanderwege auf den Monte Pellegrino, Hausberg von Palermo





Seven Restaurant

Der allerschönste Blick über Palermo zur Blauen Stunde


Den vielleicht allerschönsten Blick über Palermo hast du von der Dachterrasse des Seven Restaurants in der Via Roma 111. Der Aussichtspunkt liegt im siebsten Stock des Ambasciatori Hotels und öffnet den Blick weit über die Dächer der Altstadt, die Kuppeln, Kirchtürme, Berge und das Meer.


Besonders magisch ist dieser Ort zur Blauen Stunde, wenn das Licht langsam weich und blau wird, die Stadt unter dir zu leuchten beginnt und Palermo für einen Moment fast unwirklich schön wirkt. Mit einem Aperitivo in der Hand kannst du hier sitzen, schauen und einfach genießen.


Auch ein Abendessen ist möglich. Mir persönlich gefallen vor allem die kleinen Snacks zum Aperitivo, aber das ist natürlich Geschmackssache. Wenn du diesen besonderen Aussichtspunkt in Palermo erleben möchtest, solltest du unbedingt reservieren, besonders in der Saison und zum Sonnenuntergang.



Panoramo Blick über Palermo mit Sonnentrahlen und dramatischem Himmel bei Sonnenuntergang





Chiesa San Giuseppe Cafasso

Ein versteckter Glockenturm mit Blick über die Altstadt


Die Chiesa San Giuseppe Cafasso gehört zu den kleinen, eher versteckten Aussichtspunkten in Palermo. Sie liegt am Rand der Altstadt, ganz in der Nähe von San Giovanni degli Eremiti, und wird leicht übersehen. Gerade deshalb ist der Aufstieg auf den Glockenturm für mich ein schöner Geheimtipp.


Der Weg nach oben ist allerdings nicht für Jederman. Die Treppe ist steil und eng, der letzte Teil führt über eine schmale eiserne Wendeltreppe. Am Eingang bekommst du einen Schutzhelm, der durchaus sinnvoll ist, denn oben kann es eng werden und man stößt sich schneller den Kopf, als man denkt.


Oben angekommen öffnet sich ein besonderer Blick über Palermo. Direkt vor dir liegen die roten Kuppeln und der Kreuzgang von San Giovanni degli Eremiti, dahinter breitet sich die Altstadt mit ihren Dächern, Kirchtürmen und Kuppeln aus. Auch der Palazzo dei Normanni, die Kathedrale, Monte Pellegrino und bei klarer Sicht das Meer lassen sich von hier aus erkennen.


Ein kleiner Hinweis: Der Glockenturm ist noch in Betrieb, und wenn die Glocken schlagen, kann das in der engen Höhe ziemlich überraschend sein. Erschrick also nicht, sondern genieße diesen ungewöhnlichen Moment über den Dächern Palermos.



Glocken im Kirchenturm, Frau mit Schutzhelm und weitem Blick über Palermo von oben.



Anmerkung:

Auch von den Kirchen Sant’Antonio Abate genießt du Aussichten auf Teile Palermos. Den Turm von San Nicolò und die Porta Felice können nur zu besonderen Anlässen bestiegen werden. Und ebenso bieten einige Hotels und Restaurants atemberaubende Panoramablicke auf die Stadt.




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