• Ulrike Rios

CORNICELLO - NEAPEL IM GLÜCK


Ich laufe durch die Gassen der Altstadt Neapels und sehe sie überall rot schimmern: die Cornicelli (Hörnchen). Es sind Glücksbringer in Form eines Horns, die beim ersten Hinsehen an eine Chilischote erinnern. Diese Hörnchen haben in Neapel eine lange Tradition. Sie werden benutzt, um sich vor dem bösen Blick zu schützen und um Unheil abzuwehren.





WIESO HÖRNCHEN GLÜCK BRINGEN?

Einmal nachgefragt und nachgelesen, erhalte ich unterschiedliche Geschichten zum Horn, dessen Ursprünge etwa 3500 Jahre zurückreichen. Das Tragen von Tierhörner galt als Symbol für Fruchtbarkeit, Wohlbefinden und Stärke. Je größer das Horn, desto größer die Wirkung.


Für die ungewöhnlich gewundene Form des Glückshorns gibt es mehrere Erklärungen. Zum einen könnte die Form dem Horn einer Antilope nachempfunden sein. Der Besitz von Tierhörnern brachte Glück und mit dem Besitz eines Horn konnte der böse Blick abgewendet werden.


Eine andere Quelle besagt, dass das Horn einer Chilischote ähnelt. Eine scharfe Chilischote enthält aphrodisierende Eigenschaften. Diese Herleitung bezieht sich auf den griechisch-römischen Mythos des Gottes Priapus. Priapus war Gott der Fruchtbarkeit und Beschützer vor dem bösen Blick. Bei der Form handelt es sich um eine Darstellung seines Phallus, der für Fruchtbarkeit stand. Das Phallus-Symbol fand sich auch an den Wänden der Häuser in Pompeji und Herculaneum.


So entwickelte sich das „Horn“ im Lauf der Jahrhunderte weiter. Es wurde zu Amuletten gefertigt, zu Schmuckstücken, zu Skulpturen und in neuerer Zeit auch zu Schlüsselanhängern.



WORAUF ES ABER WIRKLICH ANKOMMT

Soll der Talisman seine volle Wirkung entfalten, gibt es einige Dinge zu beachten. Das Horn muss fest, krumm und spitz sein und von innen hohl, so dass man es mit Salz befüllen kann. Salz ist ein weiterer Wirkstoff mit Unheil abwendenden Kräften. Darüber hinaus sollte es ausschließlich handgefertigt sein und, das ist wohl das Wichtigste, von einem lieben Menschen geschenkt werden.


Die Glückshörnchen sind stark mit der Tradition Neapels verbunden und es gibt sie in allen Formen und Größen, unterschiedlich verziert, von geringem Wert bis hin zum eleganten und wertvollen Schmuckstück.



FAZIT

Wie der Schauspieler und Theaterregisseur Eduardo De Filippo bereits erkannte:


„Abergläubisch zu sein ist dumm, aber es nicht zu sein, bringt Unglück“.





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